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Abbruch Erstausbildung

Ein Kind schafft den normalen Schulabschluss und bemüht sich für einen Erstausbildungsplatz. Es findet auch einen geeigneten Platz. Der Ausbildungsbetrieb liegt jedoch in einem anderen Teil der Schweiz. Somit werden Kost und Logis fällig: Kosten, die eine sozialhilfebedürftige Familie, die vom Sozialamt sowieso schon lange nachteilig veranlagt wird, nicht alle selber stemmen kann.

Der Sozialbehörde wird am 12. August 2018 ein dringender Antrag gestellt auf Unterstützung. Trotz mehrfacher Nachfrage, trotz Beibringung von Berechnungsbeispielen durch eine entsprechende Fachstelle, trotz direkter Intervention einer Person aus dem Nationalrat, und trotz nachdrücklicher Intervention beim entsprechenden Schaffhauser Regierungsrat passiert bis dato NICHTS. Aber immerhin wurden die Kosten fürs benötigte Generalabonnement rasch und rechtzeitig gesprochen.

Trotzdem: Das begabte Kind muss seine Erstausbildung nun wohl abbrechen. Betrachtet man diesen Vorgang aus volkswirtschaftlicher Sicht, kann man das nur als totalen Irrsinn bezeichnen.

Leider sind zu viele Schaffhauser Instanzen unzurechnungsfähig, abgehoben und menschenverachtend eingestellt.

Die Bemühungen der Lehrerschaft, die das ADHS-Kind während der gesamten Schulzeit sehr gut unterrichtet haben, sowie die grundsätzlichen Bemühungen von kantonalen berufsbildenden Ämtern werden durch programmierte Unfähigkeit von irgendwelchen Fehlinstallationen zerstört: Diese Behörden sorgen dafür, dass es auch morgen neue Arbeitslose und Sozialfälle gibt! Schaffhausen duldet und fördert solche Mißstände, bis hin zum Regierungsrat.

Der Regierungsrat meinte schliesslich: "Ich schätze die Situation unseres Staates nicht so schlimm ein und vertraue auf unsere Strukturen". Der Antragsteller müsse halt seine Strategie ändern. Es wurde dem Regierungsrat entgegnet, dass die Strukturen zwar gut seien, aber seit Jahren und Jahrzehnten teilweise total falsch besetzt seien (strukturelle Gewalt). Jetzt wäre der Regierungsrat wieder am Zug und müsste den Stall ausmisten, was aber schon seine Vorgängerin verweigert hatte. Stattdessen reisst die Kommunikation ab. Kennt man ja mittlerweile.

Welche Strategie man wählen soll, wenn nicht die von Anfragen, Anträgen, Nachfassen, wieder nachfassen, nochmal nachfassen, Aufsichtsbeschwerden - also den ganzen Rechtsweg rauf und runter, konnte leider noch niemand in diesem Kanton beantworten. Geredet wird viel - allein, es fehlt an den Taten.

Natürlich kann und soll ein Regierungsrat nicht das gewöhnliche Tagesgeschäft der Behörden vom Dorfe selber erledigen und managen. Es spricht eindeutig für den Regierungsrat, dass er sich überhaupt auf Detailkommunikation einlässt. Trotzdem: Es kann und darf nicht Aufgabe eines Sozialfalls sein, den Kanton zu reorganisieren, derweil sich seine Instanzen fortgesetzt verweigern. Die einzige Möglichkeit, die der Bevölkerung bleibt, ist der 'Sturm auf die Bastille', oder eben die Durchführung einer Demonstration.

Aktuelles Beispiel des behördlichen Widersinns:

Der Zeitung vom 21. Juni 2018 war zu entnehmen: „Die Rheinfall Betriebs-AG hat es schwer“. Und man hat auch schon den Schuldigen: „Touristen, die nichts konsumieren“. Da muss man natürlich helfen, wie es sich unter alten Kollegen gehört. Und der Kanton 'hilft' denn auch - wenngleich öfters auch ausserhalb der geltenden Vorschriften und Gesetze.

Zurück zum Fall "Abbruch Erstausbildung": Hier sagt keine Behörde: „Die Familie XY hat es schwer, man muss natürlich helfen".

Dieser Kanton wird auch aus diesem Grunde als unfähig, verschworen, verfilzt, hinterhältig und bösartig wahrgenommen.

Wie tief müssen ein Kanton und seine Vertreter gesunken sein, wenn sie das Budget nur noch dadurch retten können, indem sie Kinder zum Abbruch ihrer Erstausbildung zwingen, und wenn sie ihre Machtallüren und privaten verqueren Weltbilder an den Schwächsten der Gesellschaft abreagieren - unter Missbrauch der Staatsgewalt.

Ein Regierungsrat (oder gleich mehrerer), die Verantwortung verweigern und keine Ordnung in ihrem Departement haben wollen, sind eine Belastung für ihren Auftraggeber, das Volk. Es scheint, dass zu viele Leute innerhalb Parlament, Regierung und Behörden ein Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft ablehnen - was ein Zeichen für Radikalismus ist.

Der vorgeschlagene Strategiewechsel wird mit dieser Demonstration umgesetzt: Kundgebung statt endlose und fruchtlose Monologe.


Deshalb rufen wir zur Demo auf:

Das mittelalterliche Bedürfnis, Minderheiten ohne Grund zu misshandeln, hat in Schaffhausen offenbar bis in die Neuzeit hinein überdauert.

Wer seine Unfähigkeit und Machtneurosen selbst an Schulabgängern bzw. Azubi auslassen muss und die Realität zwanghaft verweigert, ist eine Gefahr für den ganzen Staat und die Bevölkerung und gehört aus seinem Amt dringend entfernt.

Und: Für Null Kompetenz sollte es auch Null Gehalt geben.

 



 

 

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